Mein Weg

Aufgrund meines Lebensweges und der Erfahrungen in meiner Trockenheit bin ich zu der Erkenntnis gekommen, wie wichtig es ist, regelmäßig mindestens eine Selbsthilfegruppe wöchentlich zu besuchen.

Wenn ich meine Gruppenfreunde nicht gehabt hätte, wer weiß, wie ich dann (eventuell wieder der Griff zur Flasche) in so manchen Lebenslagen agiert bzw. reagiert hätte. Ich glaube, ohne deren Unterstützung und Zuspruch sowie immer offene Ohren, wäre mein Wille, abstinent zu leben, bereits gescheitert. Denn die meisten gravierenden positiven sowie negativen Erlebnisse habe ich während meiner Trockenheit erlebt z.B.

  • Tod meines Vaters
  • Arbeitslosigkeit
  • Vereinszugehörigkeit ( Karneval )
  • Trennung von meiner Familie
  • neue Partnerschaft
  • Trennung von meiner Frau - Neuanfang mit meinen Kindern
  • neue unsagbare Liebe

Auf diesem Wege möchte ich mich ersteinmal bei meiner
Selbsthilfegruppe "Kreuzbundgruppe / Berlin- Finchleystraße" bedanken.

Nun habe ich begonnen, meine Erfahrungen jedem Interessierten zur Verfügung zu stellen. Auch mit der Hoffnung, viele Fragen aufzurufen sowie Mut zumachen, den Kampf mit dem "Teufel Alkohol" aufzunehmen. Ich kann von mir nur sagen, es hat sich gelohnt ein neues trockenes Leben zu beginnen.

Ich habe auch ein Forum und eine Seite Eure Erfahrungen eingerichtet. Mit der Hoffnung, das auch viele andere Trockene sowie Angehörige ihre Erfahrungen zum Ausdruck bringen. Denn mir und vielleicht auch anderen hilft nur der Erfahrungsaustausch, um das trockene Leben etwas leichter zu machen, oder gar Mut zu geben mit dem Trinken aufzuhören.

Im folgenden Bericht möchte ich Euch einen Einblick in mein bewegtes Leben geben,
auch mit der Hoffnung auf eventuellen Erfahrungsaustausch.

Mein Lebensbericht

Thomas 41 J. geschieden mit 2 Kinder ( 17 J & 15 J )

Der Alkohol begleitet mich mein ganzes Leben, mit 14 Jahren fing ich mit dem Genuß von Alkohol an, das sich dann wie ein roter Faden durch mein Leben zog.

  • 1978 Tod meiner Mutter
  • 1985 Heirat und Geburt des ersten Kindes ( Sohn )
  • 1987 Geburt des zweiten Kindes ( Tochter )

1988 begann ich bereits mehr zu trinken als gewöhnlich. Denn da fing ich auch an regelmäßig nach Feierabend, zusammen mit meinem Freund - der auch Arbeitskollege und mein Nachbar war,mich in Kneipen heimisch zu fühlen sowie auch zu Hause übermäßig viel Alkohol zu konsumieren. Die finanziellen Probleme nahmen ihren Lauf und meine Frau fing auch schon mit dem Trinken an. Was langsam aber allmählich, so bin ich mir heute sicher, der Absturz ins Alkoholikerleben bedeutete.

1992 kam die große Krise. Meine Frau setzte im starken Alkoholrausch unsere Wohnung in Brand. Ich konnte es trotz meinem starken und übermäßigen Alkoholgenusses nicht verstehen und trennte mich von meiner Frau. Da ich noch in Arbeit stand und ich die Kinder behielt mußte ich sie schweren Herzens für ein Jahr in ein Heim geben ( von Montags - Freitags ) es war eine schreckliche Zeit angebrochen. Zumal ich auch nicht viel später zudem noch arbeitslos wurde. Mich hielt nur noch der Alkohol aufrecht ( bis auf minimale Trinkpausen ). Meine Frau machte ihren ersten Entzug von 6 Wochen. Ich hatte und wollte meine Sucht noch nicht erkennen

1993 nahm ich meine Frau wieder zu Hause auf und vergab ihr. Unsere Kinder kamen im Sommer auch aus dem Heim wieder raus und blieben dann für immer zu Hause. Durch das wieder zusammenleben mit meiner Frau verlor ich meine Geschwister, da sie es nicht verstanden haben, das ich meiner Frau verzieh. Das war ein weiterer schwerer Schlag für mich, denn ich hing sehr an meine Geschwister. Nur mein Vater hat zu uns gehalten. Was zur Folge hatte, das ich nun noch mehr Alkohol zu mir nahm (ich war bereits bei ca. 3 Fl. Weinbrand angekommen). Durch mein Trinkverhalten zog ich meine Frau auch wieder in die Sucht rein.

1994 hatte mich der Alkohol verzehrt und ich erkannte etwas tun zu müssen und bat meine Frau mir alle notwendigen Papiere zu besorgen sowie mir einen Platz im Jüdischen Krankenhaus zu beschaffen. Am 6.2.1994 trat ich den Gang ins Krankenhaus an und verbrachte dort 12 Wochen. Ich habe dort vor dem Teufel Alkohol kapituliert, meine erste Trockenheit ( 4 Jahre ) hielt trotz vieler gravierenden negativen sowie positiven Erlebnisse.

  • Aug.94 Arbeitsaufnahme
  • Dez.94 Rückfall meiner Ehefrau mit Suizidversuch - trotz längerer Trinkpausen bis zu 2 Jahre
  • Jan 95 Magendurchbruch mit Not OP
  • Mai 95 Verlust meines Arbeitplatzes wegen der Magen OP
  • Dez.95 bin ich einem Karnevalsverein beigetreten

Die Vereinszugehörigkeit gab mir auch wieder Kraft und Mut sowie ein aus gefülltes Leben. So mal alle Familienmitglieder sich dem Hobby anschlossen und meine Frau auch in dieser Zeit keinen Alkohol mehr trank. Dies alles schaffte ich auch ohne Gruppenbesuche. Was sich aber im nachhinein für mich als falsch bewies ( keine Gruppen zu besuchen ). Heute habe ich die Erkenntnis, das alles weitere vielleicht anders gekommen wäre, wenn ich wie heute regelmäßig eine Gruppe besucht hätte. Aber die gemachten Erfahrungen ( z.B. neue Therapieerkenntnisse sowie meine heutigen Gruppenfreunde ) möchte ich auch auf keinen Fall missen.

1998 gab es große Probleme in der Karnevalsgesellschaft die mich zum Austritt bewegten und meine Frau fing auch wieder mit dem Trinken an. Es brachen noch viele weitere Probleme über mich ein. Am schlimmsten war der Kampf gegen den Alkoholkonsum meiner Frau. Als ich dann wieder einmal eine halbe Flasche Schnaps gefunden hatte, faßte ich den Entschluß, entweder wir gehen beide kaputt oder wir beginnen beide nach dem Rückfall nochmal von vorne. Mein "Harakiri" Rückfall dauerte knapp 4 Monate. Am 18.6.98 konnte ich nach einigen Schwierigkeiten meinen zweiten Entzug machen. Ich blieb bis zum 3.7.98 im Jüd.Krk.Haus. Bereits im Krankenhaus suchte ich mir nun eine Selbsthilfegruppe. Ich hatte vom Tag an einen großen Kreis hervorragender Freunde.Meine Frau begann ihren Entzug am 5.7.98. Im Anschluß beschlossen wir eine Familientherapie in Motzen durchzuführen.Kurz bevor wir (gesamte Familie) am 24.Oktober unsere Therapie antraten, starb zwei Wochen vorher mein Vater. Da ich entschlossen war keinen Alkohol mehr zu trinken, überstand ich das traurige Erlebnis auch trocken. Die Therapie dauerte 4 Monate und alles lief so wie ich es mir vorgenommen hatte. Wir wurden wieder eine neue Familie und ich freute mich, daß mein Harakiri geklappt hatte und den Erfolg mir brachte, was ich mir vorstellte. Meine neuen Freunde aus der Kreuzbundgruppe standen mir und meiner Frau die ganze Therapie über bei.

1999 im Februar kamen wir wieder nach Hause. Ich begann am 1.3.99 eine Weiterbildung und das Familienleben fing auch sehr Verhaltungsvoll an. Bis zum April, denn da fing meine Frau leider wieder mit dem Trinken an. Alles vorgenommene war dahin. Ich fand im Laufe des Jahres auch wieder Arbeit, aber meine Frau trank weiter. Für mich stand fest, einmal Harakiri reicht. Mit Hilfe meiner Kreuzbundfreunde überstand ich auch diese Zeit. Mit meiner Frau hatte ich mehr und mehr Streit ( nur des Saufens wegen ). Ich drohte sie auch des öfteren, sie zu verlassen, aber alles drohen half nichts. In der Zwischenzeit verlor ich auch leider wieder meine Arbeit. Auch das zog mich nicht wieder runter, denn ich suchte mir wieder eine neue Arbeit was auch ersteinmal klappte.

2000 im Januar bin ich leider wieder arbeitslos geworden, aber ich setzte alles daran am 1.2.2000 eine Weiterbildung zu beginnen. Bei dieser Weiterbildung lernte ich auch eine liebe nette Freundin kennen, mit der ich offen über meine Probleme sprechen konnte. Zu Hause wurde es mit der Sucht meiner Frau immer schlimmer. Im Februar verliebte ich mich in meine nette Zuhörerin und ich entschloß mich von meiner Frau und Kinder entgültig zu trennen. Auch aus dem Grund, um meine Trockenheit und Gesundheit zu schützen. Was meine Kinder betrifft läuft alles Super, sie brachten viel Verständnis auf und sie verstehen sich auch prima mit meiner neuen Freundin.Leider wie es meist so oft im Leben ist, hielt die Beziehung leider nur 2 Monate ( aber was wichtig für mich war, wir bleiben gute Freunde ).

Ich bin dann wieder zu meiner Familie zurückgekehrt und probierte es mit meiner Frau nochmal auf Probe. Sie hatte mir versprochen was gegen ihre Sucht getan zu haben und sich auch als solches geändert zu haben. Wir vereinbarten eine 6 monatige Probezeit für uns. Was kam war leider das, was ich wahrscheinlich schon beführchtet habe, geändert hatte sich nichts. Als ich im Juni in die Klinik mußte um mich an der Bauchspeicheldrüseund am Zwölfffingerdarm operieren zu lassen, fing sie wieder sehr stark zu trinken an. Im Juli nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, tauchte meine Frau für ein paar Tage unter ( ließ mich mit den Kindern und ohne Geld zurück ). Dann kams noch dicker, es kam heraus, das sie auch die Miete für die Wohnung nicht bezahlt hatte und wir die Wohnung räumen müssen. Für mich steht jetzt endgültig der Entschluß keinen weiteren Neuanfang mit meiner Frau zu versuchen, denn das was sie uns antat, ist in keiner Weise wieder gut zu machen. Ich wünsche ihr aber trotzdem, das sie es auch schafft ihren Weg in ihre Trockenheit zu finden und das wir wie gute Freunde uns mal gegenüberstehen können ( schon der Kinder wegen ). Ich suchte mir überall bei den Behörden die notwendige Unterstützung und eine neue Wohnung für uns drei.

Seid dem 01.09. wohnen wir drei in einer schönen neuen Wohnung und bauen uns ein neues Leben auf. Mich machte dies alles noch stärker, es riss mich nicht runter sondern erfüllte mich kampfkraft. Ich bin stolz auf mich, das ich das alles geschafft habe und auch keinen Saufdruck oder gar einen Rückfall erlitten habe. Dies hätte mir und den Kindern am allerwenigsten genutzt.

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei meinen Freunden aus der Finchleystr. und aus dem Chat
( www.a-connect.de ) rechtherzlich bedanken, denn sie haben mir immer Mut zugesprochen und mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Nun ist das Jahr 2001 und ich lebe bereits 4 Monate mit meinen Kindern glücklich in unserer neuen Wohnung. Wir sind alle drei mit unseren Leben sehr zufrieden und glücklich. Die Kinder haben die Trennung sehr gut verkraftet und sind froh bei mir geblieben zu sein, denn ihre Mutter trank bis vor kurzem noch weiter. Sie ist zur Zeit auf Entzug in einer Klinik und macht auch dort eine Langzeittherapie. Ich möchte ihr auf diesem Wege alles Gute wünschen.

Am 12. Februar beginnt für mich ein weiterer neuer Lebensabschnitt, denn dann fange ich auch wieder eine Weiterbildung zum WEB Marketingassistenten an. Nach der Schule werde ich als erhrenamtlicher Helfer mich noch im betreuten Wohnen der Caritas betätigen, denn ich möchte meine Erfahrungen auch persönlich weiter geben. Desweiteren werde ich auch noch Seminare des Kreuzbundes besuchen um mich als Mitglied des Kreuzbundes auch da weiter zu bilden.In der Zwischenzeit habe ich auch eine eigene Selbsthilfegruppe ( siehe Link : zur SHG ) ins Leben gerufen. Diese entstand an einem Chatabend bei a-connect.Darüber bin ich glücklich und zufrieden, denn dadurch habe ich auch wieder neue Freunde gefunden,

Das Jahr 2001 neigt sich dem Ende zu, ich lebe nach wievor zufrieden mit meinen beiden Kindern allein. Ich hatte in der Zwischenzeit zwar ein paar Freundinnen, aber leider hielten die Freund- schaften nicht lange. Dadurch erlebte ich auch sehr viele Tiefschläge, aber das alles überstand ich ohne Saufdruck und darüber bin ich glücklich. Über einige Tiefs halfen mir auch meine regel-mäßigen Gruppenbesuche.Trotz der Tiefschläge bin ich mit meinem geleisteten sehr zufrieden, weil das mit den Kindern sehr gut klappt und weil ich mich in meiner Weiterbildung wohl fühle.Am 26.11. begann mein Praktikum auf das ich mich sehr freute.Leider habe ich noch keinen festen Arbeitsplatz, aber ich arbeite fest daran und sehe zuversichtlich ins Jahr 2002. Ich bin froh, den Weg in die Trockenheit gegangen zu sein und bis heute Trocken lebe (auch Dank meiner Gruppe). Am 18.12. war auch meine Suche nach einer Lebensgefährtin von vollem Erfolg gekrönt. Seid dem 26.12. sind wir ein ein Pärchen. Das war mein persönlich schönstes Weihnachtsgeschenk. Die Liebe zu ihr verleiht mir noch mehr positive Kräfte um das Jahr 2002 noch zuversichtlicher anzugehen.

Nun schreiben wir bereits das Jahr 2002 und meine Weiterbildung habe ich auch seid dem 08.02.mit sehr gutem Ergebnis beendet.Leider hat sich im punkto Job noch nichts ergeben, aber da ich nicht aufgebe und positiv denke und meine Bemühungen auch nicht aufstecken werde, so denke ich, auch hierbei ein positives Ergebnis erzielen zu können. Meine neue Lebensgefährtin unterstützt mich in jeglicher Form phantastisch. Da auch das gegenseitige sehr gute Verhältnis zu unseren Kindern stimmt, so kann ich auch hier auf eine sehr zufriedene Zukunft blicken. Rundum bin ich ein sehr zufriedener Mensch. Dies konnte ich aber alles nur erreichen, weil ich den Willen habe mein Leben trocken zu beschreiten. Einen Dank möchte ich Moni und ihrem Sohn Martin aussprechen, schön euch gefunden und lieben gelernt zu haben.

Jetzt habe ich mein erstes gemeinsames Osterfest mit meiner Moni hinter mir, was ein ganz besonderes war. Sie hatte mich zu einem Osterurlaub im Hunsrück eingeladen. Dies war mein erster ganz besonderer schöner Urlaub seid Ewigkeiten. Was auch besonderes daran war, dies war das erste Osterfest ohne meine Kinder, aber auch sie hatten mir es so sehr gegönnt, das es mir nicht schwerviel sie allein zu Hause bzw. bei ihren Freunden zu lassen. Moni, hab vielen Dank für diesen schönen ersten Urlaub mit dir. Diese Erlebnis werde ich lange nicht vergessen. Freue mich auf eine ewig lange Zeit mit dir und auf eine zufriedene Zukunft voller Liebe miteinander. Auf das unsere Liebe nie vergehen wird. Auf solche Glücksgefühle habe ich lange warten müssen, es hat sich gelohnt nicht zu verzagen und trocken an eine Zukunft zu denken.

Nun ist wiedermal an der Zeit um euch von meinen Lebensweg weiter zu berichten.Da meine Freundin und ich sehr viel gemeinsam unternehmen, hatte ich für mich entschlossen mir eine neue Selbsthilfegruppe im Juni zu suchen, denn der Freitag wurde immer ungünstiger. Einen trockenen Weg ohne Selbsthilfegruppe will ich erst gar nicht mehr versuchen, das zeigten mir meine Erfahrungen. Auf diesem Wege möchte ich einen Dank an die Gruppenfreunde der Kreuzbundgruppe Finchleystr. richten die mich 4 Jahre lang auf meinen Weg begleiteten, Dank auch an meine neuen Gruppenfreunde der Kreuzbundgruppe Nahariyastr. für die tolle Aufnahme in die Gruppe. Auch dort fühle ich mich sehr gut.

Im Juli bin ich nun 40 Jahre alt geworden und meine Freundin mit meinen Kids machten mir den tollsten Geburtstag seid unzähligen Jahren, erstens sollte, durfte und mußte mich um überhaupt nix kümmern ( dies war auch auch eine sehr neue und schöne Erfahrung ) und zweitens bekam ich von ihnen eine Woche gemeinsamen Urlaub zu viert im Vogtland geschenkt. Reisetermin war an meinem Geburtstag. Dazu gab es noch tolle weitere Geschenke.Mir lief ein eiskalter Schauer den Rücken herunter als ich meine Geschenke auspackte und es schossen Tränen, derer ich mich nicht schämen brauchte.Die Überraschung diese sie bereits seid Mai planten war ihnen sehr gelungen.Ich möchte mich nochmals riesig dafür bedanken.Es war mein aller schönster Geburtstag !!

Das ich in der Zwischenzeit auch Insulinpflichtiger Diabetiker geworden bin, habe ich gut verkraftet und auch in den Griff bekommen.Im nassen Zustand wäre dies unmöglich gewesen. Es lohnt sich halt trocken seinen Weg zu beschreiten.

Durch meine Freundin habe ich auch viele neue Freunde kennen gelernt, die ebenfalls mit meiner Krankheit kein Problem haben, warum sollten sie auch. Da ich offen ( was ich nur jedem aus eigener Erfahrung empfehlen kann ) mit meiner Krankheit umgehe, habe ich nur positive Rückmeldungen erhalten und habe sehr viel Verständnis und Zusprache zurückbekommen. Meine Offenheit hilft und erleichtert mir sehr den Umgang mit meiner Alkoholkrankheit

Das einzige was mich immernich bedrückt, ist meine Arbeitslosigkeit.Es wäre schön auch hier bald wieder einen neuen Anfang starten zu können. Da ich mir ein positives Denken zu gelegt habe, so hoffe ich, auch hier bald einen Erfolg für mich verbuchen zu können. Ich gebe die Suche trotz vieler Absagen nicht auf.

Meine Kinder geht es auch sehr gut, vorallem haben sie jetzt auch eine neue Bezugsperson ( meine Freundin ) die wie eine Mutter zu ihnen ist. Sie haben ein Super Verhältnis miteinander. Dies brauchten sie auch, denn ihre Leibliche Mutter kümmert sich leider immennoch sehr wenig um sie.

Ach was war das für ein wunderschönes Weihnachtsfest diesmal. Endlich konnten wir nach Jahren wieder in Familie so ein Fest feiern. Meine Kids haben auch ihre neue Oma & Opa kennen gelernt und ebenso lieb gewonnen. Marcel & Melanie haben genauso wie ich es genossen in dieser neuen Umgebung Weihnachten zu verleben und mit der gesamten neuen Familie zu feiern. Auch der Jahreswechsel wurde für mich zu einem Highlight dieses Jahres, weil Moni & Ich bereits konkrete Zukunftspläne schmiedeten.Super Aussichten für mein weiteres trockenes Leben.

Nun schaue ich ins neue Jahr 2003 mit großer Hoffnung, das auch mein letzter Wunsch in Erfüllung geht - endlich einen Job zu finden. Ich gebe auch hierbei die Hoffnung nicht auf und gehe mit großer Zuverzicht neue Bewerbungen an.

Dieses Jahr wird viele Veränderungen in meinem Leben mit sich bringen, mein Sohn sowie mein Stiefsohn werden im Sommer 18, und aller Voraussicht werden beide eine Ausbildung in Österreich als Koch bestreiten. Ich wünsche beiden, das sie ihren Lebensweg gut meistern werden und sich eine gute Zukunft aufbauen. Auch bei mir ist endlich Land in Sicht, denn am 27.05.03 ist endlich mein Scheidungstermin. Somit kann auch hier, so hoffe ich Ruhe einkehren. Desweiteren freue ich mich schon, das es warm wird, denn im November vorigen Jahres hat mein süßer Sonnenschein uns einen Garten gekauft. Dort habe ich eine große Aufgabe und kann mich ( solange ich noch arbeitslos bin ) endlich ausarbeiten. Dies trägt ebenfalls viel zu meiner Zufriedenheit bei, denn schon der Gedanke dort viel zu bewegen und meinen Körper wieder zu beanspruchen erfüllt mich mit großer Freude.Ich hätte in meinem Leben nie gedacht, das ich mal ein so zufriedenes Leben wie jetzt aufbauen könne.

Auch was der Besuch meiner Selbsthilfegruppe angeht, habe ich erneut einen Wechsel begangen. Meine ganz ursprüngliche Gruppe hatte sich geteilt und nun habe ich den Weg gefunden zu der geteilten Gruppe zu gehen. Somit habe ich nun auch wieder zu den Gruppenfreunden Kontakt, die ich seit meinem 2.Anlauf 1998 kenne. Am meisten freut es mich, das ich wieder mit meiner Ziehmutter
( dieses Verhältnis - Mutter / Sohn besteht seit 1999 ) in einer Gruppe bin. Auch solche Beziehungen können sich in Gruppen ergeben. Es liegt an jedem selbst etwas daraus zu machen und sich neue Kontakte zu schaffen. Ich werde mein ganzes Leben es nie bereuen, mich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen zu haben. ES LOHNT SICH, TROCKEN ZU LEBEN !!!

Wie bereits angedeutet sind viele Veränderungen eingetreten. Meine Scheidung ist vollzogen, warte zwar immernoch auf das Urteil, weil sich der Richter sich es noch mit dem alleinigen Sorgerecht für mich über meine Kinder überlegen will, aber dem sehe ich mit Zuverzicht entgegen.Mein Stiefsohn hat auch bereits seine Ausbildung seit Mai in Österreich begonnen und fühlt sich dort sehr wohl. Mein Sohn ist ihm am Montag ( 4.8. ) nach Österreich gefolgt und macht auch in dem selben Ort dort ebenfalls eine Ausbildung als Koch. Ich bin Stolz auf beide, das sie diesen Weg gewählt haben und den Mut hatten sich zu dieser Ausbildung zu entschließen.Sicher war die Trennung sehr Tränenreich und es ist keinem sehr leicht gefallen, aber das Ziel ( Ausbildungsplatz zu haben ) tröstet über alles hinweg.Wichtig ist, was sich im Herzen abspielt und da bin ich sowie meine Lebensgefährtin immer für sie da, wenn sie Hilfe brauchen.Und da ja Österreich nicht Honolulu ist, werden wir sooft als möglich unsere Söhne dort auch besuchen fahren.
Da jetzt unsere Wohnungen etwas leerer geworden sind, haben wir ( Ich, meine Tochter und meine Moni ) uns entschlossen gemeinsam in eine Wohnung zu ziehen. Dies wird ab dem 01.10. der Fall sein.Nun stecken wir in den Umzugsvorbereitungen und es macht uns trotz vieler anstehender Arbeit viel Freude auf die weitere Zukunft miteinander. Dies bedeutet auch für mich, da wir zu ihr ziehen, mir erneut eine neue Gruppe dort zu suchen. Was ich auch auf alle Fälle machen werde. Denn dies ist eine Krücke um mein Leben weiterhin trocken zu bewältigen, die ich nie ablegen möchte. Ich möchte meine Moni nicht mehr missen, es ist so schön verliebt zu sein und gemeinsam über eine neue Zukunft nachzudenken und die gesetzten Ziele zu verwirklichen. Ihr Sohn ist auch mein Sohn geworden , sowie meine Kinder auch ihre geworden sind und das macht mich unheimlich glücklich, eine große zufriedene neue Familie zu haben.Vorallem was wichtig ist, die Kinder sehen es genauso.

Nach unserem super Urlaub auf Gran Canaria und erfolgreichem Umzug, steht schon der nächste Termin fest, denn am am 22.12.2003 werden wir heiraten. Und feiern werden wir mit unseren Söhnen in Österreich. Das wird ein super Jahresabschluß - Hochzeit und Weihnachten mit der gesamten Familie einschl. Schwiegereltern in Österreich. Einfach toll !!! Meine Moni ist die tolle Frau, mit der ich bis zu meinem Lebensende zusammenleben will und gemeinsam mit ihr alle Höhen und Tiefen des Alltags zu erleben und ebenso auch zu meistern.

Jetzt habe ich nur noch 2 Herzenswünsche, zum einen das meine Tochter auch einen Ausbildungsplatz findet und zum anderen ich nun endlich einen Arbeitsplatz. Ich werde alles dazu tun um auch dies zu erreichen. Trocken und zufrieden sollte es doch klappen. Meine Gefühle diesbezüglich sind sehr positiv ausgerichtet.Wie heißt es doch schließlich : Man sollte die Hoffnung niemals aufgeben !!

Nun schreiben wir das Jahr 2004, und was soll ich sagen es fing alles Super für mich an. Erstens bin ich nun sehr glücklich verheiratet, zweitens ich habe nun einen super tollen Job seit dem 01.01.04 und meine Tochter hat auch einen Ausbildungsplatz in Ellmau bei ihren Brüdern bekommen.Wie ich schon immer sagte :" Ich gebe die Hoffnung niemals auf " !!!. Meine Wünsche für dieses neue Jahr sind schneller in Erfüllung gegangen als ich es jemals glaubte.

Der Mai ist gekommen und hat mir ebenfalls noch eine Super Überraschung gebracht, meine Schwester und mein Schwager meldeten sich nach 12 Jahren Kontaktlosigkeit bei mir und nahmen wieder einen sehr herzlichsten Kontakt zu mir auf. Das erste Treffen war sehr aufregend für mich, da ich auch nicht wußte, wie dieses verlaufen würde. Aber zu meinem sehr großen erstaunen, war das sehr sehr schön. Wir sprachen über die vergangene Zeit und legten einen Deckmantel des Schweigens darüber was früher mal Geschehen war.Speziell die Themen wegen es zu dieser Kontaktlosigkeit kam. Denn wir waren alle der Meinung keiner war Schuldlos an dem.Vorallem zu meiner Frau waren sie auch sehr offen und nahmen sie sehr herzlichst in der Familie auf. Was natürlich noch viel schöner ist nun haben auch meine Kinder wieder Kontakt zu ihrer Tante und Onkel. Was beide auch sehr genießen. Ich freue mich jetzt schon wieder auf das nächste Treffen mit meiner Schwester im Juni. Wir haben auch wieder guten ständigen telefonischen Kontakt. Jetzt weiß ich auch, das dies mir Jahrelang fehlte.Mein anderer Bruder will ebenfalls wieder Kontakt zu mir aufnehmen, aber da er in München mit seiner Familie lebt, wird es noch etwas dauern. Ich gebe mir diese Zeit noch. Wenn dies auch noch klappt, dann habe ich meine Familie wieder zusammen und lerne dann auch meine Nichte vielleicht mal kennen. Ach was für schöne Aussichten. Ich bin über glücklich und vorallem trocken. Der Weg war der Richtige den ich einschlug und es lohnt sich trocken zu leben !!!! - Das Jahr 2004 verlief für mich sehr erfolgreich, denn ich konnte mich in meinem neuen Beruf als privater Arbeitsvermittler erfolgreich etablieren und die mir gestellte Aufgabe mehr als erfolgreich erfüllen. Der Kontakt zu meiner Schwester & Schwager konnte ebenfalls vertieft werden.

Da wir heute bereits den 29.12.2005 schreiben möchte ich auf das vergangene Jahr 2005 zurück blicken. Beruflich hatte ich mich erfolgreich weiterentwickelt, was jedoch darin endete, das mein damaliger Arbeitgeber weder regelmäßig mein Gehalt noch meine Provisionen bezahlte. Dies endete letztlich darin, das ich mit meinen damaligen Kolleginnen den Entschluss fassten, uns ab dem 16.06.2005 als privater Arbeitsvermittler selbstständig zu machen.An dieser Stelle möchte ich mich bei meiner Frau & einem Freund rechtherzlich bedanken, das sie mir durch finanzieller Unterstützung diesen Schritt ermöglichten. Nun bin ich Selbstständiger und Mitinhaber der Privaten Arbeitsvermittlung KSK-Berlin GbR, was für mich eine weitere neue Erfahrung in meinem Leben ist. Meinen Kampf gegen meinen frührem Arbeitgeber habe ich in der Zwischenzeit auch gewonnen und meine Gehälter erhalten. Es hatte sich gelohnt zu kämpfen. Nun sollte auch in privater Hinsicht ein weiteres Lichtlein aufgehen, denn im September sah ich meinen Bruder & seine Familie auf dem Geburtstag meiner Schwägerin nach ca.16 Jahren das erste Mal wieder. Es war sehr aufregend. Man hatte uns zwar in einer Sicht verkuppelt, was ein richtiges kennenlernen kompliziert machte, aber wir kamen uns etwas näher.Schwamm drüber, wir hatten daraufhin kurze Gespräche geführt und das war OK so. Wir vereinbahrten, das die Zeit es zeigen wird, ob wir wieder uns nähern würden. Am 25.12.2005 fasste ich den Entschluss meinen Bruder anzurufen und ich muss sagen, es war überwältigend. Dieses Gespräch machte mich im Anschluss sehr sprachlos, denn er hat mich in diesem Telefonat mehrmals als sein Bruder betitelt. Es machte mich stolz und froh. Da ich und meine Frau über Silvester noch einen Kurzurlaub im Chiemgau unternehmen, verabredeten wir mit meinem Bruder ein Treffen bei sich am 01.01.2006 um gegenseitige Schritte des zusammengehens zu leisten. Ich freue mich riesig. Für den Weg zurück zu einer kompletten Familie ist damit der Grundstein gelegt worden.So nun freue ich mich auf meinen Winterurlaub bei unseren Kindern ab dem 03.01.2006 in Ellmau so wie auf den 01.01.2006.

Heute ist mein 46. Geburtstag 22.07.2008 und auch Zeit etwas zurück zu blicken und ein kleines Resomee zu ziehen.
Ich bin jetzt 10 Jahre Trocken, habe eine wunderbare Frau die mir in den letzten Jahren durch allen Höhen und Tiefen immer beigestanden hat. DANKE mein Sonnenschein! Ohne meine Frau und deren Beistand wäre es mir unmöglich gewesen, mein Leben so zu verwirklichen. Es ist schön einen Partner an seiner Seite zu haben, der einem einen Rückhalt gibt.
Des Weiteren habe ich vor einer Woche als Mitgesellschafter ein zweites Unternehmen ins Leben gerufen. Habe drei erfolgreiche Kinder, die in Österreich leben und nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung ihren erfolgreichen Weg dort fortsetzen. Dies erfüllt mich voller Stolz.
Das sich mein Leben mal so entwickelt hätte ich in meinem ganzen Leben nie gedacht. Aber es lohnt sich, den Kopf nicht in den Sand zustecken, für sein Leben zu kämpfen und an sich zu Glauben. Ich werde alles was in meiner Macht steht dafür tun, das dies auch weiterhin so bleibt.

Auch nach meinem 47. Geburtstag kann ich nur feststellen, dass ich meinen trockenen Weg richtig gestaltet habe. Mein Frau hat mich dieses Jahr mit einer Überraschungsgrillfete in unserem Garten überrascht. Es kamen alle Freunde sowie einige meiner angeheirateten Familie die mich in den letzten Jahren begleitet hatten. Es war ein tolles Gefühl. DANKE mein Sonnenschein! Es lohnt sich einfach den Weg, den ich bis jetzt gegangen bin fortzusetzen.

Fortsetzung folgt .........

Fragen zu meiner Person könnt ihr mir jederzeit mailen.

Thomas ( Alkoholiker und bis heute zufrieden Trocken )

Das bin Ich und meine Kinder

Das war ich 1994 beim 1.Entzug
und das bin ich Heute im Juli 2009
Das ist meine Tochter - Melanie -
und das ist mein Sohn - Marcel -
Stand : 28.07.2009